Im Brasilien der 60er-Jahre war die Autoindustrie verglichen mit der Situation in Amerika und auch Europa noch relativ unterentwickelt. Durch hohe Einfuhrzölle wurde versucht, die aufkeimende eigene Industrie vor der ausländischen Konkurrenz zu schützen. Ausländische Investoren mussten sich darüber hinaus dazu verpflichten, ihren Bedarf an Rohstoffen und Teilfertigprodukten vorwiegend innerhalb Brasiliens zu decken. Volkswagen do Brasil war es bereits 1961 möglich, über 90% der benötigten Teile innerhalb Brasiliens zu beschaffen.

Zu den Verkaufsschlagern von Volkswagen gehörte natürlich auch der VW Käfer. Die Popularität des VW Käfers wurde in Brasilien primär dadurch begründet, dass er die schwierigen Verhältnisse speziell auf dem Lande besonders gut meisterte. Halbwegs gute Straßen gab es damals nur in den großen Städten. Auf dem Lande war Geländetauglichkeit gefragt, die der Käfer aufgrund seiner Konstruktionsmerkale mitbrachte. Diese Tatsache machten sich einige Autobauer zu Nutze und fertigten auf der Basis von Volkswagen-Komponenten eigene Fahrzeuge.

Der erste Puma wurde auf Basis des DKW aus dem Hause Vemag aufgebaut. Nachdem Volkswagen diesen Autohersteller aufgekauft hatte, wechselte man 1968 zu Volkswagen. Die ersten VW-Puma waren genauso wie sein Vorgänger im Rennsport sehr erfolgreich. Ermutigt durch die Erfolge auf der Rennpiste wurden neben den Rennpumas auch Fahrzeuge gebaut, die an zahlungskräftige Kunden verkauft wurden. Ab 1973 wurden Puma-Fahrzeuge auch aus Komponenten aus dem Haus General Motors hergestellt. Im Laufe der bewegten Geschichte gab es rund 20 verschiedene Puma Modelle. In ihrer Grundkonstruktion basierten alle Sportwagen der Marke Puma auf einem zentralen Profilrahmen mit GFK-Karosserie. Das machte die Autos relativ leicht und sorgte dadurch für außerordentlichen Fahrspaß auch bei aus heutiger Sicht geringer Motorleistung.

Im erfolgreichsten Produktionsjahr 1979 entstanden 3.595 Puma Fahrzeuge in Brasilien. Darüber hinaus wurden ab 1973 in Lizenzfertigung mehr als 400 Fahrzeuge in Süd Afrika produziert. Seit dem Jahre 2006 ist Jack Wijker wieder damit beschäftigt, alte Autos herzurichten und neue Fahrzeuge zu bauen. Nachdem 2009 ein Geschäftspartner gefunden wurde, kann noch einiges aus Süd Afrika erwartet werden.

Insgesamt wurden rund 25.000 Puma Fahrzeuge in Brasilien und Süd Afrika gebaut.