





Ein Fall für sich
Puma : Unerschöpfliche Quelle von Emotionen oder die
Möglichkeit, aus Ihrem Leben etwas Bewegliches, Schnelles,
Leidenschaftliches zu machen und stets geprägt von Schaudern und von
Sensationen sein, welche den Lauf der Zeit nicht beeinträchtigen können.
Mit diesem Wortlaut wurde dieses kleine Sportcoupé „ Made
in Brazil „ in der damaligen Broschüre vorgestellt.
Mehr als 35 Jahre nach seinem Erscheinen hat dieses
prächtige Modell, basierend auf einem VW, keine Runzeln erhalten und ist
immer noch gleich anziehend !
Dossier Coupé Puma GT
Es ist für niemand ein Geheimnis, der Cox oder eher sein
rollendes Ganzes haben dazu geführt, zahlreiche Car-Kits hervorzubringen.
Von Ferrari zu MG – Kopien, weitergehend zu zehnfach mehr oder weniger
gelungenen persönlichen Entwicklungen, ohne von den Buggies zu sprechen,
wurde der Cox in allen Formen auf der ganzen Welt verändert. Die Variante,
welche wir Ihnen zu entdecken vorschlagen, wurde niemals als Kit verkauft.
Wir verdanken die Entstehung des Pumas einem gewissen Gennaro „ Rino „
Malzoni und seit Anfang der sechziger Jahre wurde ein erster Prototyp
realisiert… aber noch nicht auf Basis eines VW.
Etwas Geschichte
Dieser VW, erstellt als brasilianischer Mix, wurde zuerst
als schnelles Sportcoupé, startend mit einem 3 Zylinder Auto-Union DKW,
entwickelt. Erstaunlich, nicht wahr ?
Aber beim weiter lesen werden Sie verstehen, dass zum heute
vorgestellten Puma ein Bezug besteht. Das Coupé wurde unter Lizenz in
Brasilien durch die Vermag Gesellschaft gebaut ; DKW Auto-Union arbeitete
damals mit einem Unterhändler, der MM Gesellschaft. Letztere wurde später
durch einen Kunden, Rino Malzoni ( ein Mäzen ), zurückgekauft. Dieser
hatte ab 1962 ein Sportcoupé, basierend auf DKW, konstruiert.
Das Unternehmen Malzoni ging seinerseits in einer
wichtigeren Gruppierung auf und diese, spezialisiert in der Herstellung
des GT, neu bezeichnet : Sociedade de Automoveis Luminari, der letzte Name
stammte aus den ersten 2 Silben der Fusionierten. Die ersten Versionen,
bezeichnet GT Malzoni, waren eher spartanische Modelle und speziell für
den Rennsport bestimmt. Darauf wurde Luminari aber selbst wiederum von
Vermag gekauft, welches die Entwicklung der Konstruktion des GT erlaubte.
Es wurden 25 Modelle, immer basierend auf DKW, zwischen 1965 und 1966
gebaut. Die am meisten geförderten dieser GT´S 3 Zylinder 2 Takt 1000ccm
entwickelten 90 - 100 PS.
Darauf stießen immer mehr neue Beteiligte, zwecks
Unterstützung, zum kleinen Team hinzu. Bei dieser Gelegenheit gaben diese
das Startzeichen zur Gründung der neuen Gesellschaft : Puma Veiculos e
Motores Ltda( Kurze Zeit später umbenannt in Puma Industria de Veiculos
S.A. ) , welche 1967 die neue Ausgabe, genannt Puma GT, hervorbrachte,
verändert durch den Stylisten Anisio Campos . Letztere, verschönert und
aufgemotzt, erhielten den Motor des Coupé Auto Union Fissore. Dieses neue
Modell wies 4 Scheibenbremsen auf. So bestückt verließen 1967 ca. 130
Exemplare das Werk. Jedoch der Rückkauf von Auto Union 1 Jahr zuvor durch
Volkswagen, dann der Weggang der Filialen wie Vemag außerhalb
Deutschlands, nunmehr unter der Kontrolle von Wolfsburg, veränderten
wiederum das Schicksal des Coupés.
Ein Zylinder zusätzlich
Somit musste das Fahrwerk der Auto Union und sein 3
Zylinder Motor mit 60 PS einer Plattform des Ghia Karmann weichen,
gleichzeitig einige cm verkürzt wie der gute alte flat four des Cox .
Dieser Fahrwerks- und Motorwechsel benötigte eine Neuform der Karosserie.
Diese Modifikationen und andere ästhetische Aspekte gestalteten das Coupé
VW – Puma weniger angriffig als die Auto – Union Ausgabe, verhinderte
jedoch nicht eine Produktion in Kleinserie ab 1968.
Das neue Auto hatte einen 1500 ccm Motor, der sehr schnell
durch einen 1600 ccm ersetzt wurde. 1970 erschien im Katalog eine Cabrio
Version, genannt GTE Spyder. Zu jener Zeit, anfangs 1970, begann Puma mit
dem Export nach Nordamerika, sowie nach Europa, dies aber in geringer
Dosierung durch einen in der Schweiz situierten Verteiler, darauf auch in
südamerikanische Länder. Obwohl einige Autos als Kit verkauft wurden, hat
man den Puma dennoch kommerzialisiert und vollständig in Brasilien
zusammengebaut. Betreffend Antrieb, dienten weiterhin der 1600 mit 2
Vergasern bestückt. Ein 1800 ccm war als Option erhältlich. Gleichzeitig
wurde ein neues Modell, genannt GTB, entwickelt. Weiterhin als Puma
bezeichnet, hatte diese Ausgabe wenig mit dem Originalmodell gemeinsam.
Die Karosserie stets aus Kunststoff, jedoch neu gestylt, wurde auf ein
spezielles Fahrwerk konstruiert, welches vorne die Aufnahme eines 6
Zylinder brasilianischen Chevrolet – Reihenmotors von 4100 ccm
ermöglichte. Dieser GTB wurde weder nach Nordamerika noch nach Europa
exportiert.
Brazilia
Als der Karmann aus dem Katalog verschwand, konzentrierte
sich die Gesellschaft dieses Mal auf ein ausschließlich in Brasilien
hergestelltes Modell, die Brazilia genannt, deren Plattform verwendete man
zur Weiterführung der Produktion. Betreffend Mechanik behielt man den 1584
ccm bei. In der gleichen Epoche schaffte man in Südafrika eine
Montageeinheit. Im Zeitraum von 21 Monaten produzierte und verkaufte man
in dieser Kette mehr als 350 Pumas. Währenddessen waren wegen Unterlassung
der Kontrolle der Produktionskosten sehr schnell die Werktore in Südafrika
geschlossen worden…
1977 erhielt der Puma ein neues Kleid. Hinter den Türen
erschienen Scheiben, das Armaturenbrett im Innern neu gestaltet. 1981
entstanden wichtige Neuerungen. Neugestaltungen an Front und Heck des
Coupés. Rechteckige Scheinwerfer, Ferrari – Style erschienen, größere
Stossstangen aus Kunststoff ersetzten die Chrommodelle.
Diese neuen Modelle der Cabrioversion wurden GTC genannt,
GTI für das Coupé. Beide wurden mit einer Liste wichtiger Optionen
vorgeschlagen, verschiedene Motoren und Getriebe oder sogar elektrische
Scheibenheber. Im folgenden Jahr ersetzte man den Hinterradantrieb durch
ein Kardanmodell, die Motorisierung nun von 1600 ccm bis 2000ccm.
Zwischenzeitlich aber kam die Wirtschaftskrise und die Produktion
verminderte sich. 1985 verkaufte die Gesellschaft die Rechte des Puma an
Auracaria SA , eine kleine Gruppe welche, nachdem sie nur wenige Fahrzeuge
gebaut hatte, diese Produktion 2 Jahre später wieder aufgab. Trotz
Anstrengung der neuen Besitzer der Marke endete deren Herstellung 1992.
Gleichzeitig, aufgrund der südafrikanischen Nachfrage,
entschloss sich Jack Wijker die Marke neu zu starten oder zumindest
einzuführen und Pumas in seinem Land zu verkaufen. Letztere wurden, erst
als Direktimporte aus Brasilien, dann wegen hoher Importgebühren wiederum
im eigenen Land auf der Grundlage des GTE produziert.
Trotz allem erwies sich die Nachfrage als zu gering ( 26
Einheiten in 2 Jahren ) und anfangs 1990 war das Aus für den Puma.
Beschreibungen
Im Besitz von Nino Fabbri, ein gut bekannter Angefressener
unserer Dienste und der Leser von VW Tech. ( Deswegen ) Dieser Puma GT, in
die Schweiz eingeführt, wo er seit dem Verlassen des Werkes in Brasilien
1973, seine Existenz verbrachte. Nach fast 20 Jahren guter und
zuverlässiger Dienste wurde er als Folge eines Zusammenstosses in
schäbigem Zustand 1981 von einem Begeisterten aufgegriffen, der sich
bemühte, ihn zu restaurieren und bis 1994 zu behalten. In jenem Jahr
entschloss er sich, sich davon zu trennen. Sein zweiter Besitzer behielt
ihn dann 2 Jahre, dann tauschte er ihn um gegen ein Cabriolet bei einem
Händler. Dort stand der Puma im Schaufenster ausgestellt und nur 3 Jahre
später, dank Nino fand er wieder auf die Strasse zurück. Seit damals sind
viele Verbesserungen technischer und ästhetischer Art entstanden. Darauf
wurden die Original – Scheibenbremsen durch welche von Kerscher ersetzt,
der Vorderantrieb erhielt Verstärkungen, die hinteren Radzylinder haben
einen größeren Durchmesser, die hinteren Gestänge sind einstellbar, ein
Satz Monroe – Federbeine 4-fach montiert. Betreffend Mechanik ist ein
1600 ccm Motor, versehen mit zwei 40er Kadron Vergaser eingebaut ; Alles
besser getunt als die ersetzte 1300 ccm Originalversion beim Kauf . Weiter
vervollständigen die Auspuffanlage BAS und eine zusätzliche Ölwanne das
Ganze. Selbstverständlich liegt das Auto einige cm tiefer und die
damaligen Alu – Felgen sind Vorteilhafterweise durch welche von Fuchs mit
7 und 8 Zoll ersetzt worden. Anzeige an Liebhaber : Nino hat beschlossen,
sich davon zu trennen. Also wenn Sie schwach werden, zögern Sie nicht, ihn
zu kontaktieren. Für jedermann wird es keine haben… Tel. 06 76 82 65 77